Hunziker2020

Aargauer Wörterbuch

Mundartlese

Bluetig

eva_seck
Hüt am Morge e fiini rooti Färbig ufem WC-Papiir entdeckt, ganz es hells Root, eigentlich scho fascht altroosa. Mängisch bini mer nid sicher, öb do würklich öpis isch, öb mir d’Auge und s’Gfühl nit en Schtreich schpiile. Es isch jede Monet s’Gliich, ich wart und wart nit. Ich gschpüür, wie sich mis Körpergfühl, mis Dänke und Rede veränderet, dass mir d’Müedikeit wiene guet dosierts Gift langsam dur de Körper sickeret, süüferli, aber zueverlässig....
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Notize usem April zweituusigzwanzig oder: Südele und chöchele

eva_seck
Sunntig, 5. April Eusi Tochter und de Noochbersbueb schpiled südele und chöchele. Sie leere e Chischte mit Glugger ine Pfanne. Es läärmt so luut, dass sie nit ghöre, wien ich sie usem Büro use aabrüll, sie sölle gfelligscht Rueh gee. Siit drü Wuche schaff ich vo dehei us, d’Kita het zue, so wie alli Schuele, alli Läde, Kinos und Reschtis. In de letschte Täg han ich beobachtet, wie d’Chnöpf vom Ahorn, wo bi eus im Innehof schtoot, ufbroche und chl...
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Schleze

simon_libsig
De Roli hät sit drü Wuche es Problem mit de Gschirrspüelmaschine. Sie wäscht zwar no, aber jedes Mol, wenn d Maschine duregloffe isch, dänn machts «zack!» und all Sicherige im Huus gheied use. Dasch doch obermüehsam so öppis, gopferdeckel. Muess er immer zum Sicherigschaschte und weder alli Hebel ue drucke. Saich das! Guet, jetzt hät de Roli s Telefon id Hand gnoh und denn isch denn eine cho, vo de Herstellerfirma. Dä hät die Gschirrspüelmaschine...
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Mueter

simon_libsig
D Lisa isch sit churzem bi de Grüene, aber hät scho sit langem us Prinzip keis Auto. «Ich chauf mir doch keis Auto», hät sie gseit, «ich bin doch nöd bireweich. Für was au? Für was? Ich bruch doch kei CO2-Schlüdere! Und stoht jo nume ume, dä Chlapf, mit sine 210 PS, mit sim tüfergleite Sportfahrwerch, sine 17 Zoll Liechtmetall-Räder und sim 6-Gang-Doppelkuppligs-Getriebe. Das zieht mir doch am Huet verbi sonen Charre. Und do chan dä no lang en Pa...
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Tubel

simon_libsig
De Sepp hät scho sit Johre en choge Striit mit sim Nochber, em Heinz. Jo. Will am Heinz sini Chatz isch eifach immer in Garte vom Sepp überecho und hät dä Garte regelrächt bschüttet. Me chas nöd andersch säge. Richtig gület hät sie die Wiese vom Sepp. Die hät jo immer Durchfall gha, die Chatz, die isch jo gar nüme noche cho mit Zuebudle, die hät sich eifach all paar Meter i däre Wiese vom Sepp entläärt, eifach Hüfeli a Hüfeli a Hüfeli anepflädere...
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Halungg

simon_libsig
I de Primarschuel bin ich en rächte Pfüderi gsi. En Bodesurri. En chline Pfupf. Aber ich han defür höch chönne gumpe und chlättere. Und ich han en grosse Traum gha. En riesige, chame fascht säge. D Samanta. Sie isch über en Chopf grösser gsi als ich und hät Zöpf gha. Und vell meh Spielzüg als ich. Und sie hät erwachsener gredt. «Das gsehn ich au so», het sie amigs gseit, anstatt eifach «jo». Oder «Findsch das e gueti Idee?», anstatt eifach «nei»....
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Wisheit

thomas_hostettler
«D Wisheit mit Löffle gfrässe!» het sich s Mami ame chönnen ärgeren über d Buechhändleren am Chileplatz (wo hüt schlicht und eifach -Leserei- heisst) wenn die wider mou us irgend emen exischtenzialistische Schungge vom Sartre zitiert und über s «Nichts» pprediget het: «D Wisheit mit Löffle gfrässe!» Was isch Wisheit? De Bertolt Brecht zum uf ne zruggzchoo wär gärn e weise Maa gsi. Er het de Laozi verstanden aber er het sich müesse säge das chönn ...
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Ambeissi

thomas_hostettler
Han i das jez s Läbe lang fautsch gseit? Meer z Zofige sägen «Ameisi» und e verstorbne Fründ de Regisseur Joschy Scheidegger us Züri het gseit: «Amäisi». «Mängisch han ich s Gfühl mir siged Amäisi wo fliissig eri Hüüfe baued und nöd merked dass rundume de Wald brännt.» Pfingschte. Täglich de Blick a Himu. Me cha ne immer no rüeme. A der Uffert isch der erscht Flüüger vo St. Urbe här über e Waud z pfuderechoo es Päiperli und het e Rundi ddräit.Hüt...
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Ruej

thomas_hostettler
Es chunt zur Zit vöu Guets us China. Was für nes Gschänk di Ruej! Isch das e schöne Früeligsmorge! Kes Wöukli am Himu 18 Grad Celsius und es linds Lüftli. Karfritig. I sitze vor em Huus und dänken a mis Mami. Mis Büechli uf de Chnöi. De Zingaro e schwarze Kater schmeichlet sich dezue und ribt mir s Chöpfli a de Füess. Linggerhand de Chriesiboum tribt sini erschte Blüete (vöu z früe!) de Raps gradus no grüen de Himu drüber blau und klar we säute. ...
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Gedichte

claudia_storz
Ratschläg: Nüt ferplämpere! Bisch tuch, aber gsund? Mach immer nur das, wo du kei Luscht druf hesch. Schtiig us de Traufe, im Räge ischs frischer de Beelzebueb chasch mit em Tüfel sinere Grossmuetter ustriibe und wenn si säged «Ändi guet», so cha mer sich de Räscht dänke!   Triangel   D Chind vo eusne FründFinnegan, Pamina und Solveigheissed d Chind vo eusne FründKünschtler sind ihri Götti gsiund doch schtönd sie da mit ihrne runde Brül...
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Drü Söümeitli schpiled de Änkeltrick

claudia_storz
D Marion het zweu schrilli Talänt gha. Si het Schtimme so chönne nomache, dass mer gmeint het, sie seig öppe d Klasselehreri, wo hinder eim stöch. Und wänn alli sich gchugelet händ vor Gigele, denn het sie todärnscht gfrogt: – Finded ihr das luschtig? Amene Mittwuch Nomittag het d Marion zu sich hei iglade i di schturmfrei Bude. Si het s Telifonschpil vorgschlage. Si miech das öppe au elei. S händ zweu Telifon i de Wonig gha, ein Apparat no im Sc...
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Salfefeni und drissg Wörter für Schnee?

claudia_storz
D Lexika sind Fundgruebe. Mer cha inene läse wie imene Telifonbuech und sich Gschichte und Mönsche vorschtelle. Trotzdem hani sicher 20 Lexika weggheit bim Zügle, mer bruucht die Schüngge eigetlich nümm körperlich, nur no digital! Weles Wort kenn ich ned? (und kennt mer ned emol i Chüttige?) Salfefeni isch für mich s schwierigschte Wort im neue Aargauer Lexikon, (wo i dem Johr digital use cho isch). Es tönt gheimnisvoll und fremd. Mer sägi das Wo...
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Pfnuchse, nüüsse, niesse – de Turmbou zu Babel vo Chüttige

claudia_storz
E Studäntin us mim Literaturkurs het verzellt, dass sie als feufjährigs Chind dänkt het, jede Mönsch redi e komplett anderi Schproch us emen andere Land. Sie sig mit drü Erwachsene i de Schwiiz ufgwachse, ere kroatische Muetter, eme serbische Vatter und ere bosnische Grosmuetter, wo alli ihri Heimetschproch gredt händ, dehei. Uf em Spielplatz heg sie immer mit ihrere Schwiizer Fründin Jasmin gspielt. Bevor sie in Chindergarte gange sig, heg sie u...
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Gorps

nathalie_schmid
D’Lina setzt of ehrem Setzplatz ond luegt in Räge. Sie süfzget. Ehri Schwegertochter hett sech da Johr ändlich doregsetzt ond de Ahorn pflanzt, dööt, wo d’Lina lieber en nöie Nossbaum gha hätt. Nossböim send ehri Lieblingsböim, grad nach de Chriesiböim – aber ehri Schwegertochter hett e kei Verständnis för söttigi Sache. Ehri Schwegertochter gseht d’Sache andersch als d’Lina, das esch ehre scho lang klar. Johr för Johr hett d’Lina Tomate pflanzt,...
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Holderbluest

nathalie_schmid
Mer send drü Generatione Fraue wo do spaziere of em Chornbärg zwösche de Grüsch vo de Amsle ond em Liecht im Blätterdach. Am Wägrand streife mer e Holderbluest nach de andere mett onzählige chline Stärne wie d’ Kristall vo Zucker oder Stickereie of emene choschtbare Stoff. Wiiter vore gsämmer en Ameissihuufe chli versteckt im Ghölz. Jedi vo eus hett scho mol driigstoche zom luege wie sechs bewegt ond jedi vo eus hett scho mol öppis Verbotnigs gma...
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Änet

nathalie_schmid
Änet em Haag esch s’ Gras grüener das weisch jo d’ Chüeh send fetter änefür d’ Wolke weicher. Weisch au dass es änen ume weniger wendet ond s’drom dööt äne chli eifacher goht zom graad schtoh? Äne use esch es denn scho nömm ganz eso. Wenn die emol änefüre chömed seisch eifach Grüezi ond laufsch wiiter. Ond wenn einisch worom au emmer äne an Bärg gosch passisch guet uuf. Mett dene gohts nämmli änen abe Ond hoffentli chömeds vo de andere Siite äne ...
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Schlarpi

nathalie_schmid
Schlarp ned eso. Me löpft d’Füess. Ond sowiso es Meitli. Es Meitli nemmt au ned eso grossi Schrett. Du laufsch jo als wörd öpper of di warte als hättsch en Termin als bränntisch druf vo do wäg z’cho. Ond pass besser uf was d’ seisch wenn d’ seisch was dänksch denn esch denn dööt schnäll nor no Gströpp hocksch ellei im Egge mett de Händ  vorem Gsecht ond brüelisch. Pass also uuf. S’esch ned schön so ohni Schotz vo de Böim emmer guet sechtbar ...
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Grüble

andreas_neeser
Sehnsucht, halbi zwöi Du hättsch no Liecht am halbi zwöi und stiendsch bim offne Fäischter zue, e weiche Blick gieng über d Gass, hättsch irgendnöimen öppis gsuecht. I winke still mit offnem Muul, mer sind is jede s ander Aug. Du singtisch liislig öises Lied  und preichtisch alli blaue Töön, wie früecher tantzte mer am Strand, e Muschle, s Ruusche vo der Wält. I mache der us Kläng es Meer, mer schwimme drin wie Musigfisch. Du wüsstisch nid, ...
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Usehöische

andreas_neeser
De Thömu zündt sich no e Zigi aa und nimmt e töiffe Zuug. De loot er s Töffli aa und fahrt em Bach noo us em Wald. Vor luuter Blätter gseht me chuum de Wääg, und s isch scho chüel, de Wätterfrosch wott moorn scho s erscht Mol under null. De Thömu macht sich chlii am Schützehuus verbii und gäge d Chääsi ue. Plötzlich macht er ganz e graade Rügge, streckt d Äarm und s lingge Bei i Wind. – Läck, wenn daas nid Freiheit isch, mit vollem Buuch no schnä...
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Nodere

andreas_neeser
«Drüü sinds geschter gsii, devoo zwo Fraue. – Was? Sicher isch das wichtig. I zellen alli, und wenns au Fraue mache, chan i nüüt deföör. Übrigens bim Take-away. Deet legge s eim de Zahnstocher afi zum Falafel und der Currywurscht derzue. Also, di eint het immerhin no d Hand vor s Muul ghaa; di ander – sorry, isch chli schwirig, eifach so am Telifon –, di ander stoht so deet am hööche Tischli; jung, no keni zwänzgi, noderet und stocheret, zerscht ...
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