Im Herbst 2020 gingen die Mitwirkenden des Projekts «Hunziker2020» im Aargau auf die Gasse. Gemeinsam mit verschiedenen Aargauer Autorinnen und Autoren gestaltete das Projektteam vier abwechslungsreiche Abende mit Informationen und Müsterchen zum und aus dem Wörterbuch, mit Lesungen literarischer Mundarttexte und vor allem mit Gesprächen über die Mundart.

Der Auftakt zur Veranstaltungsreihe fand am 13. September 2020 in Zofingen statt. Bei gemütlicher Atmosphäre lasen die beiden Autoren Christian Haller und Andreas Neeser aus ihren Mundarttexten, zu denen sie das Aargauer Wörterbuch inspiriert hatte. Durch den Abend leitete Matthias Friedli, Projektleiter von «Hunziker2020». Im Podiumsgespräch, das auf den Lesungsteil folgte, setzte sich die Zofinger Politikerin Christiane Guyer mit den beiden Autoren und den Hunziker2020-Projektleitern Matthias Friedli und Dieter Studer-Joho an den Tisch. Die Runde diskutierte unter anderem über den Zusammenhang zwischen Dialekt und Identität, über Herausforderungen und Chancen von Sprache und Dialekt im politischen Diskurs und über die Frage, für welche Textformen sich die Mundart eignet.

Am darauffolgenden Freitag, dem 18. September, trafen im Sprachpanorama Laufenburg die beiden Autoren Thomas Hostettler und Michel Mettler aufeinander. Auch sie lasen aus ihren Hunziker-Texten und gewährten im Gespräch mit Dieter Studer-Joho einen Einblick in ihren Umgang mit der Mundart als Schreibsprache. Für das Podiumsgespräch gesellte sich die ehemalige Katechetin Sonja Kalt aus Kaisten zu den beiden Autoren sowie den Projektleitern Studer-Joho und Friedli. Sie schilderte, wie die Mundart den Zugang der Schülerinnen und Schüler zu religiösen Texten und Glaubensbekenntnissen unterstützen kann und ihr als Religionslehrerin zugleich den Zugang zu den Schülerinnen und Schülern erleichterte. Lesen Sie auch den Beitrag auf fricktal.info.

Knapp einen Monat später, am 16. Oktober, fand die Lesereihe «Hunziker2020 – Uf dr Gass» in der Aargauer Kantonsbibliothek in Aarau ihre Fortsetzung. Es lasen Eva Seck, Simon Libsig und Patti Basler. Die Poetry-Slam-Texte von Basler und Libsig bildeten dabei einen spannenden Kontrast zu den ruhigeren Texten von Seck. Bei der anschliessenden Gesprächsrunde gewährten die drei AutorInnen dem Publikum interessante Einblicke in ihr Verhältnis zur Mutter- und Vatersprache und diskutierten mit den beiden Sprachwissenschaftlern und Projektleitern Friedli und Studer-Joho über verschiedene Phänomene in der Entwicklung der Mundart, so zum Beispiel den Einfluss des Hochdeutschen und Englischen auf die Jugendsprache.

Vier Tage später, am Morgen des 18. Oktober, ging das Projektteam von «Hunziker2020» ein letztes Mal auf die Gasse: Im Sternensaal Wohlen lasen Reinhold Bruder und Nathalie Schmid vor ausverkauften Rängen unterhaltsame und bisweilen nachdenklich machende Mundarttexte aus der eigenen Feder. Für das Podiumsgespräch sassen Bruder und Schmid zusammen mit der ehemaligen Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi aus Mellingen und den Projektleitern Friedli und Studer-Joho um den Tisch. Nicht nur für die beiden AutorInnen ist die Sprache ein wichtiges Werkzeug; die Politikerin Egerszegi betrachtet die Sprache gar als «Waffe», die einen, geschickt eingesetzt, zum Ziel führen kann. Lesen Sie auch den Beitrag im Wohler Anzeiger.

Aufgrund der gegen Ende Oktober stark verschärften Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) musste die fünfte und letzte Veranstaltung, welche am 25. Oktober in Wettingen stattgefunden hätte, leider abgesagt werden. So blieb es Claudia Storz, Andreas Neeser und dem Lokaljournalist Fabian Schmid verwehrt, sich dem Publikum zu präsentieren.

Das Projektteam von «Hunziker2020» bedankt sich bei den Veranstaltungspartnerinnen für die grossartige Gastfreundschaft, bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement und vor allem bei allen BesucherInnen, dass sie mit uns auf die Gasse gekommen sind und diese Reihe zu einem Erfolg gemacht haben.